Iriszyste beim Hund – Rat von der Tierärztin
Vielleicht entdeckst du oder dein Tierarzt bei einer Augenuntersuchung deines Lieblings kleine, rundliche „Bläschen“ im Inneren des Hundeauges. Du bist beunruhigt, doch musst du dir tatsächlich Sorgen machen?
Tatsächlich ist genau das Chantal aus dem Wir lieben HUNTER Team mit ihrem Vierbeiner Floki passiert. Hier berichtet sie gemeinsam mit Tierärztin Dr. Julia Vietmeier von den Symptomen, der Diagnose und wie sie mit der Zyste umgehen.
Zusammenfassung
- Eine Iriszyste ist ein bläschenartiges Gebilde im Augeninneren, das durchsichtig oder dunkel verfärbt sein kann und entweder frei schwimmt oder am Ziliarkörper sitzt.
- Diese Zysten sind meistens harmlos und verursachen keine Schmerzen.
- Solltest du jedoch feststellen, dass das Sehvermögen deines Vierbeiners nachlässt, die Augen vermehrt tränen oder andere Symptome hinzukommen, lass das Auge von deiner Tierärztin oder deinem Tierarzt begutachten, um eine ernsthafte Erkrankung auszuschließen.
Was ist eine Iriszyste beim Hund?
Eine Iriszyste wird auch iridoziliaren Zyste oder uveale Zyste genannt und kann durchsichtig oder dunkel verfärbt sein. Sie wächst meist sehr langsam und fällt deshalb oft erst nach dem 2. Lebensjahr auf. Das kann den Eindruck erwecken, sie sei „neu entstanden“. In vielen Fällen könnten sie aber schon länger vorhanden oder angeboren sein und werden nur spät entdeckt.
Iriszysten bei Hunden erkennen: Symptome
Wenn du kleine rundliche „Bläschen” oder Gebilde, durchsichtig oder dunkel verfärbt, in den Augen deines Lieblings bemerkst, könnte es sich um Zysten handeln, die in ihrer Form unterschieden werden:
- frei bewegliche Zysten, die in der vorderen Augenkammer zwischen Hornhaut und Iris schwimmen
- Zysten am Ziliarkörper, also am ringförmigen Teil der mittleren Augenhaut, der an der Produktion der Tränenflüssigkeit und an der Aufhängung der Linse beteiligt ist und u. a. dafür sorgt, dass der Augeninnendruck aufrecht erhalten bleibt

Bilder einer Iriszyste beim Hund
So sieht die Iriszyste in Flokis Auge aus:

Wichtig zu wissen: Entdeckst du im Auge deines Hundes eine dunkle Verfärbung, kann es sich auch um eine Hyperpigmentierung handeln. Solange diese nicht vorgewölbt ist, hat sie in der Regel keine Auswirkungen. Diese dunklen Verfärbungen solltest du aber regelmäßig kontrollieren lassen, um rechtzeitig feststellen zu können, wenn diese Bereiche zu einem bösartigen Tumor entarten.
Ist eine Iriszyste für meinen Hund gefährlich?
Wenn bei deinem Hund eine Iriszyste gefunden wird, ist das nicht automatisch ein Grund zur Sorge. Viele Hunde brauchen keine Behandlung, sondern nur regelmäßige Kontrollen.
Wichtig ist, frühzeitig Veränderungen zu erkennen, damit z. B. ein mögliches Glaukom rechtzeitig behandelt werden kann. Wenn du plötzlich Symptome bemerkst wie
- gerötete Augen,
- Schmerzen (z. B. Kneifen),
- tränende Augen oder
- Unsicherheit beim Sehen, die auf schlechteres Sehvermögen hindeuten,
solltest du einen Tierarzt oder Augen-Spezialisten aufsuchen.
Handelt es sich um frei bewegliche Zysten in der vorderen Augenkammer, schwimmen diese im Bereich zwischen Hornhaut und Iris umher. Solche Zysten sehen manchmal spektakulär aus, sind aber meist harmlos und verursachen oft keine Beschwerden.
Anders kann es bei Zysten am Ziliarkörper sein: Diese Zysten können in bestimmten Fällen problematisch werden, weil sie den Abfluss der normalen Augenflüssigkeit beeinträchtigen können. Dadurch kann der Augeninnendruck steigen. Im schlimmsten Fall kann das zu einem Glaukom (Grüner Star) führen.
In einigen Fällen können die Zysten zu einer Sehbehinderung führen. Hier muss die Tierärztin oder der Tierarzt entscheiden, wie eine Therapie aussehen kann. In manchen Fällen ist es beispielsweise möglich, die Zysten mit einer Kanüle abzusaugen.
Erfahrungen mit einer Iriszyste bei ihrem Hund: Chantal erzählt
Chantal vom Wir lieben HUNTER Team:
„Ich erinnere mich noch ganz genau an den Moment: Es war im Frühling, die ersten Sonnenstrahlen kamen heraus, und mein Labrador Floki saß wie so oft neben mir im Büro. Als das Licht seitlich auf sein Gesicht fiel, entdeckte ich plötzlich etwas in seinem Auge. Erst konnte ich gar nicht richtig erkennen, was es war, und bei Floki ist genaues Hinschauen nicht immer ganz einfach, weil Stillhalten nicht unbedingt zu seinen größten Stärken gehört. Aber der Gedanke ließ mich nicht mehr los.
Zu Hause setzte ich mich in einem ruhigen Moment noch einmal neben ihn und schaute genauer hin. Da sah ich es tatsächlich: etwas Blasenartiges, das in seinem Auge zu schwimmen schien – allerdings nur bei ganz bestimmtem Lichteinfall.
In den nächsten Tagen beobachtete ich es weiter. Floki zeigte keine Beschwerden, das Auge war weder gerötet noch tränte es, und trotzdem machte ich mir Sorgen. Also vereinbarte ich einen Termin bei unserer Tierärztin.”

Diagnose einer uvealen Zyste
Genau wie bei Chantal und Floki werden iridoziliare Zysten häufig durch die Hundebesitzerin oder den Hundebesitzer selbst wahrgenommen oder fallen bei einer Routineuntersuchung des Auges auf. Es folgt dann eine spezielle Untersuchung der Augen mit
- klinischer Untersuchung und
- Untersuchung unter einer Lichtquelle (Auflicht und Durchlicht).
- Auch spezielle Augenlampen, Lupenbrillen und ein Augentest kommen hier zur Anwendung.
Dadurch lässt sich erkennen, ob Zysten pigmentiert (gefärbt) oder unpigmentiert (durchscheinend) sind und wo sie sich befinden. So ist auch eine Abgrenzung zu anderen Augenerkrankungen wie Tumoren oder einer Irisatrophie meistens möglich.
So erlebt Chantal den Tierarztbesuch zur Diagnose der Iriszyste
Chantal vom Wir lieben HUNTER Team:
„Die Tierärztin schaute sich Flokis Auge genau an, konnte aber zunächst auch nicht eindeutig sagen, was dort zu sehen war. Das hat mich noch mehr verunsichert. Erst der Besuch bei einem zweiten Tierarzt brachte dann die ersehnte Entwarnung: Er konnte schnell erkennen, dass es kein Tumor, sondern eine Iriszyste ist.
Am Anfang bin ich ehrlich gesagt vom Schlimmsten ausgegangen, deshalb war ich unglaublich erleichtert, als wir schließlich Entwarnung bekommen haben und wussten, dass Floki dadurch erst einmal keine Beschwerden hat. Trotzdem ist es wichtig, die Zyste weiterhin gut zu beobachten und Veränderungen immer tierärztlich abklären zu lassen.”
Behandlung: Wie geht eine Zyste im Auge bei Hunden wieder weg?
Viele der gefundenen Zysten brauchen keine Therapie. Sie sollten allerdings regelmäßig durch einen Tierarzt kontrolliert werden.
Treten bei dem Hund Veränderungen am Auge auf, z. B.
- Rötungen,
- dass dein Hund die Augen zukneift,
- tränende Augen oder
- Unsicherheiten beim Sehen
sollte das Auge zeitnah in einer Tierarztpraxis untersucht werden. Hier wird dann entschieden, ob eine Therapie stattfinden muss und wie lange diese dauert.
Chantal vom Wir lieben HUNTER Team:
„Inzwischen hat Floki am selben Auge auch eine kleine Pigmentierung entwickelt. Als wir sie entdeckt haben, haben wir sie natürlich direkt untersuchen lassen. Zum Glück ist auch damit erst einmal alles in Ordnung. Uns wurde erklärt, dass so eine Pigmentierung gar nicht ungewöhnlich ist, wenn bereits eine Iriszyste vorhanden ist. Wichtig ist nur, dass sie nicht gewölbt ist.
Bei unserem letzten Termin haben wir sogar ein Foto von Flokis Auge gemacht, das sowohl der Tierarzt als auch ich haben. So können wir mögliche Veränderungen viel besser nachvollziehen und vergleichen.”
Iriszyste operativ entfernen: Ist das nötig?
Sollte die iridoziliare Zyste die Sehleistung des Hundes einschränken oder werden andere Symptome festgestellt, können sie mit Hilfe einer Kanüle entfernt werden. Hier entscheidet u. a.
- die Anzahl,
- Größe und
- Lage (Lokalisation) der Zysten,
ob eine Entfernung möglich ist. Der Tierarzt rät hier, nach einer gründlichen Augenuntersuchung, zu einer entsprechenden Therapie.
Bei der Untersuchung wird auch geschaut, ob es sich um einen (z. T. bösartigen) Tumor handeln könnte. Tumore im Auge sind meistens sogenannte Melanome, es können aber auch andere Tumorarten gefunden werden.
Tumor im Hundeauge gefunden: Wie kann dieser behandelt werden?
Eventuell kann der Tumor mittels Lasertherapie unter Hitzeeinwirkung zerstört werden. Der Nachteil dieses Vorgehens ist, dass auf diese Weise nicht mehr untersucht werden kann, ob der Tumor bösartig ist. Bösartige Tumore wachsen in der Regel schneller und gehen häufig mit weiteren Symptomen am Auge einher. Eine Bildung von Metastasen im Körper ist aber selten. Findet man eher pinkfarbene oder teilweise pigmentierte Massen (Umfangsvermehrungen) im Auge, sind das häufig Adenome oder Adenokarzinome. Auch hier finden sich meistens noch weitere Symptome im Auge. Falls nötig, muss der Augapfel eventuell entfernt werden (Enukleation). Ein ausschließliches Entfernen des Tumors führt hier, in der Regel, nicht zum Ziel.
Ursachen: Woher kommen Iriszysten bei Hunden?
Iriszysten beim Hund können sowohl angeboren sein als auch im Laufe des Lebens entstehen. Da sie langsam wachsen, ist eine Unterscheidung zwischen beiden häufig schwierig.
Die Forschung zu uvealen Zysten beim Hund konzentriert sich vor allem auf genetische Ursachen, da bestimmte Rassen wie
häufiger betroffen sind. Ziel der Forschung ist es, Risikofaktoren früh zu erkennen und langfristig sogar genetische Tests zu entwickeln. Gleichzeitig werden Umwelteinflüsse wie Ernährung oder Stress untersucht, die das Risiko zusätzlich beeinflussen könnten.
Dank moderner Bildgebung lassen sich Zysten heute früher und genauer erkennen. Parallel wird erforscht, wann und wie behandelt werden sollte, etwa durch Medikamente, Laser oder Operation. Auch Entzündungsprozesse, Immunreaktionen und zelluläre Mechanismen stehen im Fokus, um neue Therapieansätze zu entwickeln.
Wie entsteht eine Iriszyste?
Uveale Zysten entstehen, wenn sich Flüssigkeit zwischen Gewebeschichten im Auge ansammelt. Sie können
- spontan auftreten, aber auch
- durch Entzündungen,
- Infektionen oder allgemeine Erkrankungen,
- Augenverletzungen oder
- genetische Faktoren begünstigt werden.
Tipps zum Umgang mit einer Iriszyste
Wichtig ist es, das Auge zu beobachten, um frühzeitig Veränderungen zu erkennen und so eine Abgrenzung zu Tumoren vornehmen zu können. Folgende Punkte sind dabei wichtig:
- Verändert sich die Größe oder die Farbe der Umfangsvermehrung?
- Verändert sich die Form?
- Gibt es weitere Symptome am oder im Auge?
Durch dieses genaue Beobachten des Hundeauges kannst du schnell eingreifen und es hilft dabei, ein mögliches Glaukom rechtzeitig zu behandeln.
Fazit: Uveale Zysten sind häufig ein Zufallsbefund und zum Glück oft harmlos. Dennoch lohnt es sich, die Augen deines Hundes im Blick zu behalten und Veränderungen ernst zu nehmen. Denn in seltenen Fällen können sie mit anderen Augenerkrankungen zusammenhängen.
Hast du bei deinem Hund schon einmal solche Veränderungen bemerkt? Oder ist dein Vierbeiner betroffen und du hast Tipps, wie du im Alltag damit umgehst? Teile deine Erfahrungen gern mit uns, so können auch andere Hundehalter davon profitieren!

Tierärztin Dr. Julia Vietmeier
ist promovierte Fachtierärztin und setzt in ihrer Praxis auf Chiropraktik und Akupunktur.
Sie legt großen Wert auf die ganzheitliche Behandlung ihrer vierbeinigen Patienten.
