Border Collie mit einer Erdbeere auf der Nase

Dürfen Hunde Erdbeeren essen? Tipps & andere Sommersnacks

Vor allem in der warmen Jahreszeit sind leichte Erfrischungen eine willkommene Abwechslung. Während du dich dann gerne an einer Schale mit fruchtigen Beeren oder frischem Obst bedienst, stellt sich für Hundehalter schnell die Frage: Welche Früchte sind eigentlich als gesunder Snack für Hunde geeignet? Dürfen Hunde Erdbeeren essen? Und wie sieht es mit anderen beliebten Obstsorten aus? 

Wir haben mit HUNTER-Tierärztin Dr. Julia Vietmeier gesprochen, was du über die Fütterung von gesunden Snacks für deine Fellnase wissen musst, damit ihr eure Leckereien gemeinsam genießen könnt.

Zusammenfassung 

  • Erdbeeren enthalten wichtige Nährstoffe und sind für Hunde in Maßen gesund.
  • Achte auf die Menge, um Verdauungsproblemen, Durchfall oder Bauchschmerzen vorzubeugen.
  • Vor dem Servieren solltest du das Obst gründlich waschen, um Pestizide, Schadstoffe und Rückstände zu entfernen.

Dürfen Hunde Erdbeeren essen?

Ja, tatsächlich sind Erdbeeren für Hunde unbedenklich und für viele ein echtes Highlight auf dem Speiseplan. Diese kleinen Vitaminbomben liefern wertvolle Ballaststoffe und Nährstoffe wie 

  • Vitamin C
  • Folsäure
  • Mineralstoffe wie Kalium und Magnesium und 
  • sekundäre Pflanzenstoffe wie Flavonoide, die antioxidativ und entzündungshemmend wirken. Sie schützen die Moleküle im Organismus und können die Zellbildung sowie das Immunsystem nachhaltig unterstützen, indem sie freie Radikale binden.

5 Tipps, wenn du deinem Hund Erdbeeren geben möchtest

Erdbeeren sind für deinen Liebling nicht giftig, aber dennoch solltest du ein paar Punkte beim Füttern der süßen Frucht beachten: 

  1. Erdbeeren gründlich waschen: Wasche die Erdbeeren vor dem Verzehr, um mögliche Pestizidrückstände zu entfernen, und entferne die Blätter, da sich diese in der Regel nicht so gut verdauen lassen. 
  2. Frisch oder tiefgefroren servieren: Erdbeeren kannst du deiner Fellnase als Snack im Futter oder tiefgefroren servieren, z. B. 2–3 Erdbeeren kleingeschnitten im Futter oder püriert als Eis für besonders heiße Tage.
  3. Nur kleine Mengen: Erdbeeren solltest du immer in kleinen Mengen servieren, z. B. als Belohnung oder zwischendurch als Snack. Denn bekommt dein Vierbeiner zu viele Erdbeeren auf einmal, könnte das zu Verdauungsproblemen wie Bauchschmerzen oder sogar Durchfall führen. 
  4. Langsame Gewöhnung: Den Verdauungstrakt deines Hundes solltest du langsam an die pflanzlichen Stoffe von Obst und Gemüse gewöhnen. Taste dich langsam an die richtige Menge heran.
  5. Verträglichkeit beobachten: Für eine verträgliche Menge gibt es keine Faustregel. Daher behalte deinen Liebling im Blick und schaue, ob er sie verträgt.

Tierärztin Dr. Julia Vietmeier: 

„Obst kann eine sinnvolle Ergänzung im Speiseplan von Hunden sein. Besonders wertvoll sind die enthaltenen Ballaststoffe, die die Darmtätigkeit anregen und sich positiv auf die Zusammensetzung des Darmmikrobioms auswirken können. Zwar liefern viele Obstsorten auch Vitamine und Mineralstoffe, die Mengen, die Hunde üblicherweise aufnehmen, reichen jedoch nicht aus, um ihren Nährstoffbedarf zu decken. Dennoch ist Obst aufgrund seines hohen Wassergehalts und der geringen Kaloriendichte ein gesunder Snack, der sich gut als Ergänzung zur ausgewogenen Hundeernährung eignet.“

Dürfen Hunde Wassermelone essen?

Ja, du darfst deinem Hund auch Melone anbieten. Neben Erdbeeren ist auch die Wassermelone aufgrund ihres hohen Wassergehalts ein beliebter erfrischender Snack für Hunde im Sommer. Sie enthält ebenfalls viele Mineralstoffe, hat nur wenige Kalorien und lässt sich leicht zubereiten

  • Mundgerechte Stücke: Du kannst die Melone einfach in für deinen Hund passende Stücke schneiden, sie pürieren oder das Melonenpüree portionsweise in Eiswürfelformen einfrieren – fertig ist der kühle Snack!
  • Geringe Menge: Füttere auch hier zunächst nur geringe Mengen und schaue, ob dein Hund die Frucht verträgt. 
  • Keine Kerne: Auf die Kerne solltest du lieber verzichten, da sie ebenfalls geringe Mengen Blausäure enthalten, die zu Verdauungsproblemen führen könnten.

Unser Tipp: Wenn du deinem Hund etwas geschmackliche Varianz bieten möchtest, kannst du auch andere Melonensorten mit ihm teilen, z. B. Honigmelone, Cantaloupe Melone und Galiamelone.

Obst für Hunde: Diese weiteren Sorten kannst du bedenkenlos füttern

Nicht jedes Gemüse oder Obst ist für die manchmal empfindlichen Mägen unserer Vierbeiner geeignet. Wenn du den Speiseplan deines Hundes abwechslungsreich gestalten möchtest, kannst du ihm auch diese gesunden Lebensmittel anbieten:

  • Ananas: In sehr reifem Zustand liefert sie deinem Vierbeiner wertvolle Enzyme, die die Verdauung unterstützen können. Strunk und Schale sind wie für uns Menschen auch für deine Fellnase nicht geeignet. Du solltest zudem darauf achten, dass das beliebte Obst einen hohen Anteil Fruchtsäure und Fruchtzucker enthält, was bei empfindlichem Magen zu Blähungen, weichem Stuhl und Durchfall führen könnte.
  • Äpfel: Viele Hunde fressen Äpfel sehr gerne. Besonders die Schale ist reich an Antioxidantien. Entferne allerdings immer das Kerngehäuse, da die Kerne geringe Mengen Blausäure enthalten. Außerdem solltest du dich bei der Menge vorsichtig herantasten, denn zu viel Apfel könnte bei deinem Hund Blähungen auslösen.
  • Bananen: Sie liefern viel Energie, sollten wegen der Kalorien und dem hohen Gehalt an Fruchtzucker aber nur ein gelegentliches Extra bleiben.
  • Birnen: Auch frische Birne kannst du deinem Hund bedenkenlos geben, allerdings ebenfalls ohne Kerne und Kerngehäuse. 
  • Blaubeeren: Diese kleinen Kraftpakete sind hervorragende Radikalfänger und lassen sich auch wunderbar unter das Trockenfutter mischen. 
  • Brombeeren: Die dunklen Beeren sind reich an Vitaminen und Anthocyanen, welche die Gefäße und das Immunsystem deines Hundes unterstützen. Allerdings solltest du bei wilden Brombeeren aufpassen: Sie könnten Eier des Fuchsbandwurms enthalten, sofern die Früchte mit dem Kot infizierter Füchse in Berührung gekommen sind. 
  • Granatapfel: Die roten Kerne können in kleinen Mengen als Superfood dienen. Da sie jedoch einen hohen Säuregehalt besitzen, sollten sie aber zerdrückt werden, damit die Nährstoffe optimal aufgenommen werden können.
  • Himbeeren: Sie enthalten wichtige Mineralstoffe wie Magnesium und wirken durch ihre Inhaltsstoffe auf natürliche Weise entzündungshemmend. 
  • Johannisbeeren: Die säuerlichen Beeren sind wahre Vitaminbomben, werden aber aufgrund ihres Geschmacks von manchen Hunden nur püriert akzeptiert.
  • Khakis: Vollreife Khakis sind sehr süß und werden meist gut vertragen. Die Kerne solltest du vorher entfernen.
  • Kiwis: Die exotischen Früchte enthalten viel Vitamin C, Vitamin K und Kalium. Die Schale solltest du nicht mitfüttern und weiche, reife Früchte bevorzugen. Aufgrund der Säure ist es auch hier ratsam, wenn du Kiwistücke in Maßen fütterst.
  • Mango: Die exotische Frucht ist reich an Vitaminen, muss aber unbedingt geschält und ohne den großen Kern verfüttert werden.
  • Papaya: Sie gilt als sehr magenfreundlich und enthält Enzyme, die die Eiweißverwertung im Organismus fördern.
  • Pflaumen: Pflaumen solltest du nur in reifem Zustand und verständlicherweise ohne Stein verfüttern, da sie dann besser verträglich sind.

Wichtig: Vor allem wenn du eine neue Obstsorte einführen willst, solltest du anfangs nur wenige Gramm der Früchte testen, um die Verträglichkeit zu prüfen. Behalte deinen Vierbeiner nach dem Schmaus im Auge, um zu sehen, wie sein Organismus auf das Obst reagiert.

Welches Obst dürfen Hunde nicht essen?

Während viele Sorten gesund sind, gibt es auch Früchte, die für Hunde giftig sein können. 

Dazu zählen: 

  • Weintrauben
  • Rosinen 

Sie sind für Hunde tatsächlich äußerst giftig: Schon kleine Mengen können ein akutes Nierenversagen auslösen, das lebensbedrohlich werden kann. Suche in diesem Fall umgehend tierärztliche Hilfe auf, denn schnelles Handeln ist entscheidend.

Welches Obst ist für Hunde nur bedingt geeignet?

Bei Steinobst wie 

  • Kirschen,
  • Nektarinen,
  • Pfirsichen und
  • Aprikosen 

musst du beachten, dass die Kerne beim Zerbeißen die gefährliche Blausäure (Zyanid) freisetzen können. Zudem können unzerkaute Steine Probleme im Darm deines Hundes auslösen. Gib deinem Fellschatz also nur das Fleisch! 

Zitrusfrüchte wie 

  • Mandarinen, 
  • Orangen und 
  • Zitronen 

enthalten sehr viel Säure, was den Magen reizen und Erbrechen verursachen kann. Wenn dein Hund Anzeichen von Unwohlsein zeigt, ist ein Besuch beim Tierarzt ratsam. Das gilt besonders, wenn das Obst unreife Stellen hatte oder die Stiele mitverzehrt wurden. 

Alternativen zu Obst: Das sind beliebte Sommersnacks für Hunde

Wenn dein Hund Obst nicht gut verträgt oder du anders für Abwechslung im Napf sorgen möchtest, gibt es viele leckere Alternativen wie Milchprodukte oder Gemüsesorten. Bei manchen beliebten Sommersnacks solltest du bestimmte Punkte bei der Fütterung beachten:

Dürfen Hunde Gurken essen?

Ja, die grünen Salat- oder Schlangengurken sind wasserreich und ideal für Hunde, die zu Übergewicht neigen. Schneide sie am besten in mundgerechte Stücke. Vorsichtig solltest du bei Gurken aus dem eigenen Garten sein: Wenn das Gemüse bitter schmeckt, lass unbedingt die Finger davon! Die Bitterstoffe, Cucurbitacine, wirken toxisch und können zu einer Vergiftung führen! 

Dürfen Hunde Tomaten essen?

Unter Vorbehalt kannst du deinem Hund auch Tomaten anbieten. Unreife Tomaten, die Blätter, Stängel und der Strunk enthalten Solanin, das für Hunde giftig sein kann. Nur frische, reife, rote Tomaten ohne grüne Stellen sind in kleinen Mengen erlaubt.

Dürfen Hunde Kokosnuss essen?

In kleinen Mengen ist das frische Fruchtfleisch der Kokosnuss ein toller Snack. Zu viel könnte jedoch die Verdauung deines Vierbeiners belasten und du solltest beachten, dass der Snack sehr kalorienreich ist.

Dürfen Hunde Joghurt und Käse essen?

Ein Klecks Hüttenkäse (körniger Frischkäse) kann die Verdauung deines Lieblings fördern. Auch ein paar Löffel Joghurt (Naturjoghurt, ungesüßt und ohne künstliche Zusatzstoffe) sind eine willkommene Futterergänzung, sofern dein Hund nicht allergisch ist oder mit Laktoseproblemen reagiert. Zudem solltest du auch hier auf die Kalorien achten.

Dürfen Hunde Eis essen? 

Speiseeis für Menschen solltest du nicht verfüttern. Du kannst aber ganz einfach hochwertige Alternativen selbst herstellen. Püriere dafür einfach erlaubte Zutaten als kleine Ergänzung zum normalen Futter und friere sie ein. Alternativ kannst du auch einzelne, gründlich gewaschene gefrorene Früchte direkt als knackigen Snack anbieten oder unser Rezept für Hundeeis ausprobieren!

Fazit: Ob als Zusatz zum täglichen Futter oder als besondere Leckerei zwischendurch – Obst ist eine gute Quelle für Nährstoffe wie Vitamine und wichtige Mineralstoffe und kann helfen, das Immunsystem deiner Fellnase zu stärken und Entzündungen vorzubeugen. Greif immer zu frischem, reifem Obst, wasche es sorgfältig und achte darauf, Blätter, Stiele und Kerne zu entfernen, um eine Vergiftung durch Blausäure konsequent auszuschließen. Mit welchem Obst kannst du deinem Vierbeiner eine echte Freude machen und wie servierst du es am liebsten? Verrate es uns in den Kommentaren! 

Tierärztin Dr. Julia Vietmeier

ist promovierte Fachtierärztin und setzt in ihrer Praxis auf Chiropraktik und Akupunktur. 
Sie legt großen Wert auf die ganzheitliche Behandlung ihrer vierbeinigen Patienten.

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